Die "Mutter aller Fernsehsitzungen" feiert Jubiläum: Im 70. Jahr seit Erstausstrahlung verspricht die SWR-Sendung abermals ein mal buntes und mal scharfzüngiges Unterhaltungsprogramm, bei dem auch die Musik nicht zu kurz kommt.
Der Karneval (im südlichen Teil der Bundesrepublik besser als "Fasching" oder "Fasnacht" bekannt) ist eine feste Größe im deutschen Fernsehen: Unter dem Motto "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" übertragen SWR und ZDF seit 1973 die Fastnachtssitzung live aus dem Kurfürstlichen Schloss zu Mainz im jährlichen Wechsel. Da die erste Live-Übertragung einer Mainzer Fastnachtssitzung allerdings schon 1955 stattfand, feiert die Sendung dieses Jahr bereits ihr 70-Jahre-Jubiläum.
Unter dem Motto "Mainz wie singt und lacht" zeigte der dem SWR vorangegangene Südwestfunk (SWF) am 17. Februar 1955 erstmals eine Gemeinschaftssitzung vom Mainzer Carneval-Verein (MCV) und dem Mainzer Carneval Club (MCC). Zur jährlichen Übertragung gesellte sich ab 1965 die ZDF-Ausstrahlung der Gemeinschaftssitzung des Karneval-Club Kastel (KCK), des Mombacher Carneval-Vereins "Die Bohnebeitel" und der Mainzer Prinzengarde unter dem Titel "Mainz bleibt Mainz". Ab 1973 entschied man sich, künftig eine gemeinsame Sitzung unter dem kombinierten Titel "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" zu zeigen, wobei die Ausstrahlung mal im ZDF und mal im Ersten erfolgte.
Zum Jubiläum der "Mutter aller Fernsehsitzungen" laden die Aktiven der Mainzer Vereine MCV und MCC, GCV (Gonsenheimer Carneval-Verein) und KCK nun also abermals zu einem knapp vierstündigen Programm, bestehend aus leidenschaftlichen Vorträgen, Live-Gesängen, Parodien, scharfzüngigen Kritiken und einem Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte. Musikalisch stimmen Kathrin Dohle, Thomas Neger und das Duo Dobbelbock mit dem Medley "70 Jahre 'Mainz bleibt Mainz'" auf den bevorstehenden Abend ein. Politische Vorträge gibt es in diesem Jahr von Thomas Becker als "Der Motivationsberater", Johannes Bersch als "Moguntia", Lars Reichow als "Anchorman der Fastnachtsthemen im Elften" und Florian Sitte als "Till".
Für Unterhaltung sorgen unter anderem "Shirin Davids Cousine" alias Johannes Bersch, die "Kati von der Kita", Alexander Leber ("Meenzer Polizist"), Markus Schönberg ("Ignaz mit de Schoppestang"), Jürgen Wiesmann als "Ernst Lustig" sowie das Duo Martin Heininger und Christian Schier ("Halsbandsittiche mit Migrationshintergrund"). Margit Sponheimer wird zudem wieder ihren Hit "Am Rosenmontag bin ich geboren" zum Besten geben. Übertragen wird die Veranstaltung aus dem Kurfürstlichen Schloss zu Mainz. Die Leitung liegt bei Adi Guckelsberger. Er vertritt den langjährigen Sitzungspräsidenten Andreas Schmitt, der 2025 aus gesundheitlichen Gründen pausiert. Das gab der SWR Mitte Februar bekannt.
Es wird spannend, wie viele Menschen diesmal das Spektakel vor den Bildschirmen von zu Hause aus verfolgen: Sahen bis 2021 jährlich zuverlässig über fünf Millionen Menschen zu, mussten sich die Verantwortlichen 2023 erstmals mit 4,58 Millionen zufriedengeben. 2024 stieg das Interesse leicht: 4,71 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer bescherten dem ZDF einen dennoch starken Marktanteil von 21,5 Prozent. Den tiefsten je gemessenen Marktanteil verzeichnete "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" bereits 2021 mit 16,4 Prozent. Allerdings bestand die damalige Sendung Corona-bedingt auch nur aus vorab aufgezeichneten Filmen aus den Vorjahren. 2022 fand die Fastnachtssitzung immerhin vor halb gefüllten Reihen statt. Auf eine TV-Ausstrahlung der vorab aufgezeichneten Sendung wurde aufgrund des tags zuvor ausgebrochenen Ukraine-Kriegs allerdings verzichtet. Stattdessen verlegte das ZDF die Sendung kurzerhand in die Mediathek.
Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht – Fr. 28.02. – ARD: 20.15 Uhr