"Chilling Adventures of Sabrina": Neue Folgen bei Netflix
Nach einem teuflisch guten Start im Oktober setzt Netflix am 5. April die erste Staffel von "The Chilling Adventures of Sabrina" fort. In den neuen Folgen wird die Halbhexe nicht nur in der magischen Welt herausgefordert.
Natürlich blieben sie nicht aus, die Stimmen, die sagten: "Wie könnt ihr nur?", "Das wird nie so gut wie das Original" und "Lasst euch was Neues" einfallen. Doch inzwischen sind sie weitgehend verstummt: Stattdessen ist "Chilling Adventures of Sabrina", Netflix Neu-Interpretation der 90er-Jahre-Sitcom "Sabrina – Total Verhext!", ein glänzendes Beispiel dafür, dass Neuauflagen funktionieren können – eben weil man sich etwas Neues einfallen lassen hat: Statt ein ähnlich familienfreundliches, harmloses Update der Teenie-Hexenserie zu drehen, nahm sich Showrunner Roberto Aguirre-Sacasa das zugrunde liegende Comic-Material vor und strickte daraus für Netflix eine düstere, bisweilen blutige und vor allem selbstbewusste neue Geschichte – so, wie er es zuvor erfolgreich mit der Schwesterserie "Riverdale" gemacht hatte. Zuschauerzahlen veröffentlicht Netflix aus Prinzip nicht, doch der Hype, den die ersten zehn Folgen "Chilling Adventures of Sabrina" lostrat, war ebenso groß wie der Zuspruch der Kritiker. Am 5. April legt der Streamingdienst nun die zweite Hälfte der ersten Staffel nach.
Dass sich in den restlichen Episoden ein paar Dinge ändern werden, dürfte den meisten Zuschauern klar gewesen sein. Immerhin trug Sabrina Spellman (Kiernan Shipka), die Tochter einer Sterblichen und eines Hexers, nach langem inneren Kampf ihren Namen in das Buch der Bestie ein, um mit den dadurch neu gewonnen Kräften ihre Heimatstadt Greendale zu retten. Es war abzusehen, dass sich dieser große Schritt im Leben der Junghexe nicht nur in Form einer neuen Frisur bemerkbar machen würde, an die man sich im Dezember schon im Weihnachtsspecial gewöhnen konnte.
Die neue Sabrina findet nun Gefallen daran, Schwarz zu tragen, will künftig lieber Beschwörungsformeln statt Binomischer Formeln lernen und meidet ihre sterblichen Freunde Susie (Lachlan Watson), Roz (Jaz Sinclair) und Harvey (Ross Lynch). Vollständig akzeptiert wird sie an der Akademie der Unsichtbaren Künste dennoch nicht. Denn selbst die Hexenwelt ist, wie Sabrina schnell feststellen muss, ein Männerclub. Und nicht nur Schulleiter Father Blackwood (Richard Coyle) scheint ein großes Interesse daran zu haben, dass sich daran aber auch gar nichts ändert.
Sabrina muss sich also weiterhin beweisen. Aber nicht nur als Hexe, sondern vor allem als Mensch. Denn das, was diese junge, moderne Figur so faszinierend, so anziehend für das Publikum macht, ist nicht die Tatsache, dass sie es mit Dämonen aufnehmen kann. Sondern dass sie Missstände, egal ob in der magischen oder der menschlichen Welt, erkennt und mutig anspricht, ungeachtet dessen, welche Konsequenzen es für sie haben könnte. Ihre Weigerung, Ungerechtigkeit zu akzeptieren, macht sie mehr zur Heldin, als ihre Fähigkeit, sie im Zweifelsfall mit magischen Mitteln beheben zu können. Und daran kann nicht einmal der Teufel etwas ändern.
Quelle: teleschau – der Mediendienst