"Gipfelstürmer – Das Berginternat": Die Alpen alleine reichen nicht
Die Kölner Sozialpädagogin Nele Seitz tritt ihren Dienst in einem Sportinternat mitten in den bayrischen Alpen an. Ihre Kompetenzen sind dort sogleich gefragt: Eine Lehrerin ist Opfer von Cybermobbing geworden. Wer wohl dahinter steckt?
Das neue Jobangebot hätte für Nele Seitz (Maya Haddad) zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Nach dem Tod ihres Vaters und der Trennung von ihrem Freund ereilt die Kölner Sozialpädagogin der Ruf ihrer Mentorin aus Uni-Zeiten. Dr. Gitta Engel (Katja Weitzenböck) leitet mittlerweile das Sportinternat Schloss Bergbrunn. In dem Vorzeigeinstitut, wo die Sportgrößen von morgen ausgebildet werden, brodelt es ordentlich hinter den Kulissen. Ohne lange Eingewöhnungszeit sind in der ersten Folge der neuen ZDF-Reihe "Gipfelstürmer – Das Berginternat" an allen Fronten Neles Kompetenzen als Schlichterin gefragt.
Zwischen den beiden hoffnungsvollen Mountainbike-Talenten Konstantin (Paul Triller) und Sebastian (Lukas B. Amberger) herrscht ein erbitterter Konkurrenzkampf. Einerseits geht für die Radler um die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft. Viel wichtiger ist ihnen aber, mit möglichst waghalsigen selbst gedrehten Videos ihre spektakulären Bergabfahrten zu filmen und damit im Netz Follower zu gewinnen.
Die junge Lehramtsanwärterin Isabelle Zieglitz (Lara Waldow) hat derweil mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Nicht nur die anstehenden Lehrproben bringen sie an den Rand des Zusammenbruchs. Als ein kompromittierendes Bild der angehenden Lehrerin in den Umlauf gebracht wird, steht ihre Zukunft auf dem Spiel. Viel zu tun für Nele, die sich an ihrer neuen Wirkungsstätte aber erst einmal Respekt erarbeiten muss.
In der alpinen Welt scheint das ZDF sein neues Patentrezept für die Abendunterhaltung gefunden zu haben. Nach dem "Bergretter", dem "Bergdoktor" und "Team Alpin" bieten die Berge nun auch die Kulisse für die vorerst zweiteilige Reihe "Gipfelstürmer – Das Berginternat". Die bildgewaltigen Panorama-Aufnahmen der bayrischen Alpen und die actionreichen Mountainbike-Touren der Hauptdarsteller beeindrucken – alles gekonnt eingefangen von der Kamera Florian Schillings, beeindrucken.
Bedauerlicherweise sorgt das Drehbuch für keine weiteren Begeisterungsstürme. Nele fehlen in ihrem Wirken an dem Sportinternat die interessanten Ecken und Kanten. Dazu kommen zahlreiche scherenschnittartige Charaktere. Ob der miesepetrige Bayer, die leicht abgedrehte Lehrerin mit einem Faible für Yoga oder die Direktorin, der nur der Ruf ihrer Schule, weniger aber das Wohl ihrer Schüler am Herzen zu liegen scheint – der Film von Jakob Schäuffelen ist reich an Stereotypen. Ganz in der Tradition seichter Abendunterhaltung darf zudem weder eine sich anbahnende Liebesgeschichte, noch ein zumindest vorläufiges Happy End fehlen.
Quelle: teleschau – der Mediendienst