1. Zur Person
  2. Im TV-Programm
  3. Filme
  • Starguide

    Audie Murphy

    • Geburtsname: Audie Leon Murphy
    • * Freitag, 20. Juni 1924 in Kingston, Texas, USA
    • † Freitag, 28. Mai 1971 in Roanoke, Virginia, USA

    Western-Star Audie Murphy
    ¿T?
    Als Audie Murphy in Hollywood bei der Universal anfing, fragte der Produktionschef skeptisch auf den kleinen, fast zierlichen Mann herab schauend: "Können Sie reiten?" Und der Anfänger antwortete wahrheitsgemäß mit "Ja". Die gleiche Antwort erhielten seine neuen Bosse auf die Frage, ob er mit dem Colt umgehen könnte - und der kleine Mann führte ihnen ein paar Kunststücke vor. Und dann fragte man ihn, was er nicht könne - und Audie antwortete: "Schauspielern". Derlei erzählt man sich noch lange nach dem frühen Tod des jungen Helden. Mit einer zweimotorigen Cessna 310 war er 1971 im Alter von 46 Jahren mit fünf weiteren Menschen abgestürzt, die Maschine zerschellte an einem kleinen Hügel - 30 Jahre früher hatten ihm 1000 Gewehr- und Granatkugeln nichts anhaben können.

    Wenn man ihm begegnete, überraschte einen das unglaublich jungenhafte Aussehen. Frauen, die mit ihm gespielt haben, bezeichnen ihn als "Kid Brother", als den Kleinen, den sie sich als Bruder gewünscht hätten und ältere Frauen fühlten, sie müssen sich mütterlich um den Jungen kümmern. Audie war stets freundlich, aufgeweckt, eine Frohnatur. Wer wollte hinter dieser glatten Fassade den Mann erkennen, der im Krieg 23 Orden erhalten hatte - wie auch dir Ehrenmedaille des Kongresses. Wofür? 240 deutsche Soldaten hat er selbst getötet - auch das erzählte er mit einem bubenhaften Schalk auf den Lippen am Frankfurter Flughafen Ende der Fünfzigerjahre. Und seine Verwundungen? "Nur ein paar Kratzer" sagt er lächelnd. Audie Murphy war dennoch anders als andere amerikanische Stars: Er war sehr eitel in Sachen Kleidung und ein ausgesprochener Genießer beim Essen. Französische, italienische und spanische Küche bevorzugte er - auch wenn er wegen eines Kriegs-Magenleidens Diät einhalten musste.

    Er war ein Genießer, doch in keiner Weise unersättlich, wenn man nirgend seine irische Abstammung sehen konnte, an seinen Manieren, an der Art von Höflichkeit konnte man es anmerken. Dabei hat der Junge eine harte Kindheit hinter sich, ein Waisenknabe, von dem niemand etwas wissen wollte, der nur herum geschubst wurde. Die Eltern waren Baumwollpflücker, er war das neunte Kind. Das ließ ihn ein Leben lang nicht los. Zwei Jahre 1949/50 war er mit der sympathischen Schauspielerin Wanda Hendrix verheiratet, doch er war immer ein Soldat geblieben, ob zu Hause oder in der Rolle des Westerner. So kam es nicht von ungefähr, dass ausgerechnet er sich selbst spielte in dem Film "Zur Hölle und zurück" (1955). Und er war in seinen Rollen einer der populärsten unter den mutigen, schnell entschlossenen Supermännern des Wilden Westen, denen der Colt recht locker im Gürtel sitzt: Audie Murphy, Hollywoods meist dekorierter G.I. aus dem Zweiten Weltkrieg.

    Filme mit Audie Murphy: "Texas, Brooklyn and Heaven", "Beyond Glory" (beide 1948), "Gefängnis ohne Gitter", "Verfemt" (beide 1949), "Sierra", "Reiter ohne Gnade" (beide 1950), "Die rote Tapferkeitsmedaille", "Flucht vor dem Tode" (beide 1951), "Schüsse in New Mexiko" (1952), "Mündungsfeuer", "Kolonne Süd", "Drei waren Verräter" (alle 1953), "Ritt mit dem Teufel", "Adlerschwinge", "Destry räumt auf" (alle 1954), "World in My Corner", "Ritt in den Tod" (beide 1956), "Das Fort der mutigen Frauen", "Die Uhr ist abgelaufen", "Die Rose von Tokio" (alle 1957), "Vier Pfeifen Opium", "Der weiße Teufel von Arkansas", "Auf der Kugel stand kein Name", "Strich durch die Rechnung" (alle 1958), "Kampf ohne Gnade", "Morgen bist du dran", "Denen man nicht vergibt" (alle 1959), "Die Unerbittlichen", "Sieben Wege ins Verderben" (beide 1960), "Die gnadenlosen Vier", "Whispering Smith" (TV-Serie), "Schlacht an der Blutküste" (alle 1961), "Sechs schwarze Pferde" (1962), "Der Eiserne Kragen", "War Is Hell" (Erzähler), "Im Sattel ritt der Tod" (alle 1963), "In Montana ist die Hölle los", "Die letzte Kugel trifft", "Aufstand in Arizona" (alle 1964), "Goldtransport durch Arizona", "Der Colt ist das Gesetz", "Der Mann aus Texas" (alle 1965), "Einer spielt falsch" (1966), "Gewehre zum Apachenpass" (1967) und bezeichender Weise sein letzter Film "Zeit zu sterben" (1969).


Werbung